Medizinprojekt in Nyimu County Tibet

Seit Ende September 2021 erhielt das Projekt eine neue Arbeitserlaubnis für Nyimu County. Seither kann das Projekt das bereits jahrelange Erfahrung in Changtang gesammelt hat auch dort umgesetzt werden. Ebenfalls gearbeitet wird in Lhundrup County und in der Lhasa Prefecture.

Medizinprojekt auf der Hochebene von Changtang

Seit 2015 können wir ein weiteres Projekt im Rahmen von „GenialSozial“ umsetzen. Im sehr dünn besiedelten Gebiet der Twin Lakes im Himalaja auf 4.500 m Höhe leben die Menschen unter sehr harten Bedingungen noch als Nomaden. Aufgrund von Mangelernährung, schlechter Hygiene und fehlender Bildung gibt es dort zunehmend Krankheiten vor allem bei Kleinkindern und jungen Müttern. Besonders stark zugenommen hat die sogenannte „Knochenkrankheit“.
In diesem Projekt konnten wir ermöglichen, dass tibetische Krankenschwestern und Ärzte als mobile Teams mehrmals im Jahr Menschen behandeln konnten und vor allem mit den Frauen Aufklärungsarbeit leisteten. Geburtsvorsorge- und Nachsorgeberatung, Ernährungsberatung, Reduzierung von Kinderkrankheiten, sexuelle Aufklärung und die Integration behinderter Kinder waren Ziel dieser Arbeit.

Zweite Zielgruppe sind die schlecht ausgebildeten medizinischen Hilfskräfte in den Dörfern, deren Tätigkeit sich bisher auf den Umgang mit Spritzen und Antibiotika beschränkt. Diese werden mit dem Schwerpunkt auf traditionelle tibetische Medizin durch Ärzte von PSTTM für jeweils einen Monat ausgebildet.

Zusätzlich konnten wir preiswerte gebrauchte Motorräder kaufen, um den Landärzten vor Ort ein deutlich größeres Einsatzfeld zu ermöglichen und damit den Zugang der Nomaden zur medizinischen Grundversorgung zu verbessern.

Seitdem finden jährlich verschiedene Fieldtrips unter anderen in das Nyima County oder das Twin Lakes County statt, um Menschen medizinisch zu versorgen und aufzuklären. Zudem finden jährliche Weiterbildungen es Ärzteteams statt, wo es um die Wissenserweiterung in den Bereichen von tibetischen Heilpflanzen oder um Auswertung von Röntgenbildern geht.

Projektfilm zur Arbeit auf der Hochebene Changtang. Schüler-Praktikumsarbeit von Finn Weber aus dem Jahr 2016. Die „Neuigkeiten“ waren damals 2016.

Medizinschule in Pundo

Seit Beginn unserer Arbeit haben wir Kontakt zu einer engagierten tibetischen Organisation namens PSTTM (Project for Strengthening the Traditional Tibetan Medicine). PSTTM ist angebunden an das Tibetische Rote Kreuz und hat sich zum Ziel gesetzt, die allgemeine Gesundheitssituation, Vorsorge, Behandlung und Nachsorge von Bewohnerinnen und Bewohnern ländlicher Gegenden und der Nomaden zu verbessern. Dafür wollen sie das Wissen um die Traditionelle Tibetische Medizin verbreiten und die Ausbildung junger tibetischer Männer und Frauen zu Fachkräften in der Gesundheitsfürsorge fördern.

Gemeinsam mit dem Team von PSTTM haben wir 2011 den Bau einer Medizinschule in Pundo geplant und umgesetzt. Finanziert wurde der Bau durch das Programm „GenialSozial“ der Sächsischen Jugendstiftung und vereinseigenen Spenden. Schon 2012 konnten auf dem neuen Schulcampus die ersten Auszubildenen begrüßt werden. Dort bekommen junge Tibeterinnen und Tibeter nun eine dreijährige medizinische Ausbildung mit dem Schwerpunkt traditionelle tibetische Medizin. Vor Ort gibt es zudem eine Klinik und es werden traditionelle Heilpflanzen angebaut und daraus Medizin hergestellt, die vor Ort verkauft werden kann.

Im August 2013 wurde bereits die Abschlussfeier der zweiten Generation an der Schule begangen. Es war ein sehr bewegendes Fest und für uns war es gut zu erfahren, dass fast alle Schüler und Schülerinnen bereits eine Jobzusage oder ein Angebot vorliegen haben!

Wir sehen es mit großer Freude, dass es diesen jungen Menschen nun möglich ist, mit ihrem Wissen den eigenen Lebensunterhalt in Zukunft erfolgreich bestreiten zu können.


Schulbau in Drukla

Im Jahr 2009 konnten die Erweiterungsbauten in einer bestehenden Schule in Drukla abgeschlossen werden. Ebenfalls in der osttibetischen Kongporegion entschlossen wir uns, ein Internatsgebäude inklusive einem Sanitärtrakt mit Duschen, Toiletten und Heißwasserkollektoren für die Schüler zu errichten. Aus Platzmangel mussten die Kinder bis dahin in ihren Klassenräumen schlafen. Nun waren Schule und Internat in separaten Gebäuden untergebracht und die Lern- und Wohnbedingungen für die 250 Schüler viel besser. Zudem wurde in den Neubau eine Bibliothek integriert, die wir mit Büchern und Lernmaterialien ausstatteten.


Schulbau in Punkar

2003 konnte nach langen Verhandlungen mit der Regionalregierung der Baustart für eine Schule in Punkar gegeben werden. In der osttibetischen Region hatte ein Hochwasser die vorherige Schule komplett zerstört. Gemeinsam mit unserem tibetischen Partnern wurde die Schule in traditioneller und ökologischer tibetischer Bauweise für 120 Kinder erbaut. Gemeinsam mit Handwerkern und der lokalen Dorfbevölkerung wurden aus den Felsen der umliegenden Täler über 5000 Steine gehauen und geschnitten und Holz in den angrenzenden Wäldern geschlagen und getrocknet. Schließlich konnte die Schule im Februar 2005 eröffnet werden. Anwesend waren neben der Dorfbevölkerung Vertreter unseres Vereines und die Regionalregierung Osttibets. Bereits 14 Tage später startete der Schulbetrieb.

Trotz eines bestehenden Kooperationsvertrages mit der Administration des Kongpo Gyamda Education Departments wurde drei Jahre nach der Eröffnung der Schulbetrieb aufgrund von Änderungen der schulischen Richtlinien leider geschlossen, da es sich nicht um eine Internatsschule handelte. Eine Erweiterung dieser Schule an diesem Standort zum Internat war aufgrund staatlicher Vorgaben nicht möglich. Das Gebäude wird heute als Gemeindekulturzentrum mit Bibliothek und medizinischem Stützpunkt genutzt. Wir haben für die Erstausstattung an Büchern und Medikamenten gesorgt.